Mob

Demokratie und Freiheit und Verfassungsschutz. Das sind die größten Leistungen unserer Gesellschaft, dass kann besonders in solchen Zeiten nicht oft genug betont und wiederholt werden.

Umso schlimmer, wenn insbesondere Politiker das gesellschaftliche Klima mit Totalitarismus vergiften. Am schlimmsten, wenn es sich dabei um das Klima fremder Staaten handelt.

Dass der weißrussische Staatspräsident Lukaschenko ein Diktator ist, mag ja durchaus zutreffen. Aber wenn „das Volk“ auf die Strasse geht, und für Freiheit und Demokratie randaliert, sollten besonders Journalisten hinschauen, wer da genau und wofür „kämpft“. Politiker sollten öffentlich lieber schweigen. Im Nahen Osten gingen freiheitliche Revolutionen („arabischer Frühling“) schließlich auch schon schief und anschließend fand das Volk weniger Freiheit und Frieden, als unter den vermeintlichen Despoten.

Der neue SPD-Kanzlerkandidat Olf Scholz findet, dass Lukaschenko ein „ganz schlimmer Diktator“ ist, der „klare Ansagen“ braucht. Wenn es nur nach demokratischen Regeln gehe, werde er “nicht mehr lange im Amt” sein, heißt es auf stern.de.

Beunruhigend, diese Kanzlerkandidat, für den der Mob auf der Strasse zu den demokratischen Regeln gehört. Auch wenn es in Deutschland gute Erfahrungen mit der friedlichen Revolution 1989/1990 gab – Aktivisten und Strassenkämpfer sind kein Ersatz für Parlamente, Mehrheitsentscheidungen und Wahlen. Und dürfen es auch nicht werden.

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Kam als Zukunftsreisender aus dem Jahr 1898 und lebt an der Wasserkante. Alles nur Satire - mere dansk end tysk! Bin karierter Hautfarbe und ein Tier!

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